Manifest
Wenn man als afrikanischer Künstler im Okzident lebt, als afrikanischer Mensch in Afrika geboren und aufgewachsen ist, ist es möglich, dass es manche Realität gibt, die nicht kontrollierbar ist. In mir waren zwei Phänomene, die sich gegenseitig ausgebreitet, aber auch bekämpft haben. Diese Auseinandersetzung habe ich täglich erlebt. Es ging um die Geschichte und den Raum.
Der Raum ist die Umgebung, in der ich mich heute befinde und die Geschichte ist zum einen meine Kultur, die afrikanische und das Leben, das mich täglich betrifft. Wie ein Schatten begleitete sie mich überall hin. Doch die Geschichte gewann immer mehr Platz, aber auch der Raum wollte dominieren. Ich hatte mich fast als Opfer in diesem Kampf gefühlt, aber die Subtilität der Überschneidungen in beidem war für mich ein Mittel, um beide Kräfte zu vereinen.
Wenn ich mich bemüht hätte, die Geschichte zu bekämpfen, hätte ich sicherlich meine Spur verloren. Andererseits, wenn ich gegen den Raum gekämpft hätte, hätte ich riskiert, das innere Gleichgewicht zu verlieren. Deshalb musste ich beides akzeptieren, beides erkennen als tatsächlichen Teil eines Schrittes in meinem Leben. Glücklicherweise sind neue Impulse durch diese Vereinigung entstanden.
Der sehr strukturierte Raum, in dem ich mich täglich bewege, fasziniert mich so, dass er Dominanz bekommt. Die Geschichte, die meine Persönlichkeit darstellt, nährt mich um zu regieren. Deshalb habe ich versucht bei dem Material, welches ich für meine Arbeiten benutze, eng am Ursprung zu bleiben. Holz ist faszinierend, lebendig, warm und anwesend. Es ermöglicht das Spiel der Formen, die Konfrontation zwischen Volumen und Leerraum, das Positiv und das Negativ. Dieses Spiel ist für den klar strukturierten Raum Ausdruck gebend. Während der Arbeit beginnt ein neues Erlebnis mit ihm. Ich bemühe mich jede Minute zu jeder Zeit, seine originelle Form und meine Idee zusammen auf einen gemeinsamen Punkt zu bringen.
Hier die Gebäude, die Straßen, die Menschen formen ein Ensemble, welches von einer klar durchgezogenen Linie repräsentiert wird. Es scheint mir auch eng mit meiner Geschichte verbunden zu sein; alles, was mich täglich begleitet, in meiner Heimat, auf meinem Kontinent oder draußen in der Welt, all das, was meine Ideen und meine Persönlichkeit beeinflusst.
Ich habe nicht vor, die Welt zu erneuern. Was ich aber machen kann, ist mich selbst täglich zu erneuern, um der Welt zu zeigen, was sie für mich ist. Vieles, was mich berührt, löst innere Probleme aus. Was ich mir bei der Arbeit vornehme ist in erster Linie, diese Probleme zu lösen und mein Sein zu bewahren - vor dem Ziel, dem Publikum zu gefallen.
Jems Robert Koko Bi
