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Manifest

Foto: Dorothea SerorWenn man als afrikanischer Künstler im Okzident lebt, als afrikanischer Mensch in Afrika geboren und aufgewachsen ist, ist es möglich, dass es manche Realität gibt, die nicht kontrollierbar ist.

In mir waren zwei Phänomene, die sich gegenseitig ausgebreitet, aber auch bekämpft haben. Diese Auseinandersetzung habe ich täglich erlebt. Es ging um die Geschichte und den Raum.
Der Raum ist die Umgebung, in der ich mich heute befinde und die Geschichte ist zum einen meine Kultur, die afrikanische und das Leben, das mich täglich betrifft. Wie ein Schatten begleitete sie mich überall hin. Doch die Geschichte gewann immer mehr Platz, aber auch der Raum wollte dominieren. Ich hatte mich fast als Opfer in diesem Kampf gefühlt, aber die Subtilität der Überschneidungen in beidem war für mich ein Mittel, um beide Kräfte zu vereinen.

Wenn ich mich bemüht hätte, die Geschichte zu bekämpfen, hätte ich sicherlich meine Spur verloren. Andererseits, wenn ich gegen den Raum gekämpft hätte, hätte ich riskiert, das innere Gleichgewicht zu verlieren. Deshalb musste ich beides akzeptieren, beides erkennen als tatsächlichen Teil eines Schrittes in meinem Leben. Glücklicherweise sind neue Impulse durch diese Vereinigung entstanden.
Der sehr strukturierte Raum, in dem ich mich täglich bewege, fasziniert mich so, dass er Dominanz bekommt. Die Geschichte, die meine Persönlichkeit darstellt, nährt mich um zu regieren. Deshalb habe ich versucht bei dem Material, welches ich für meine Arbeiten benutze, eng am Ursprung zu bleiben. Holz ist faszinierend, lebendig, warm und anwesend. Es ermöglicht das Spiel der Formen, die Konfrontation zwischen Volumen und Leerraum, das Positiv und das Negativ. Dieses Spiel ist für den klar strukturierten Raum Ausdruck gebend. Während der Arbeit beginnt ein neues Erlebnis mit ihm. Ich bemühe mich jede Minute zu jeder Zeit, seine originelle Form und meine Idee zusammen auf einen gemeinsamen Punkt zu bringen.
Hier die Gebäude, die Straßen, die Menschen formen ein Ensemble, welches von einer klar durchgezogenen Linie repräsentiert wird. Es scheint mir auch eng mit meiner Geschichte verbunden zu sein; alles, was mich täglich begleitet, in meiner Heimat, auf meinem Kontinent oder draußen in der Welt, all das, was meine Ideen und meine Persönlichkeit beeinflusst.

Ich habe nicht vor, die Welt zu erneuern. Was ich aber machen kann, ist mich selbst täglich zu erneuern, um der Welt zu zeigen, was sie für mich ist. Vieles, was mich berührt, löst innere Probleme aus. Was ich mir bei der Arbeit vornehme ist in erster Linie, diese Probleme zu lösen und mein Sein zu bewahren - vor dem Ziel, dem Publikum zu gefallen.

Jems Robert Koko Bi



Werke






Chaise, qui es-tu?


Kingdom of the childrenTu me soulages, tu me berces, tu me donnes une incontrôlable hauteur. Pourquoi me fascines tu? Je ne te connais pourtant pas.
LA CHAISE, es tu celle qui, faisant partie des installations domestiques, est perçue par chaque individu te possédant comme une évidence?
Il faut des chaises à la maison, autour d´une table à manger; il faut des chaises dans chaque coin de la maison et partout où l´on doit avoir accès; il en faut, il en faut et il en faut. Pourquoi en faudrait-il et pourquoi en faudrait-il même autant? Personne n´accorde vraiment de l´importance à la question encore moins à la réponse. Peut-être que l´importance de la chaise reste aussi évidente que personne ne soupçonne plus rien. Peut-être la chaise procure un tel bonheur pour l´Homme d´une façon évidente et cela depuis qu´il en a eu besoin, qu´il en voudrait davantage et partout. Mais au fait quel genre d´importance y en accorde t-il vraiment? Quel genre de bonheur procure t-elle vraiment? Peut-être le bonheur de se sentir reposé, de se sentir relaxé? Est-ce le bonheur d´en posséder plus que les autres? Ou est-ce le bonheur d´en posséder une tellement particulière que celle-ci se trouverait convoitée par tous?

  Dans tous les cas, il existe effectivement une chaise sur laquelle, assis, on devrait certainement sentir un tel bonheur qu´il serait difficile de la céder. Mais quel bonheur? Serait-ce le bonheur de se sentir assis, serait-ce le bonheur de se sentir particulier, serait-ce le bonheur de se sentir puissant? Mais la question est de savoir si l´on a véritablement le bonheur lorsqu´on est assis, ou lorsqu´on est particulier ou encore lorsqu´on est puissant. Cela conduit vers la grande question de savoir ce qui adviendrait si l´on n´avait plus la chaise? Serait-il une liberté, quand on sait de loin que la liberté peut procurer une sorte de bonheur? Se sentirait-on désavantagé? Ne serait-on plus puissant? Mais est- ce qu´on n´est pas plus heureux lorsqu´on n´est pas le plus puissant? 

Dans la littérature ancienne française, l´importance est donnée à la chaise tout simplement entre autre parce qu´elle permettait l´aisance de l´interlocution entre deux individus. Ainsi elle a été nommée «La Commodité de la Conversation». Cette considération lui avait octroyé des améliorations esthétiques dans sa conception. Elle a commencé à apparaître sous des formes différentes selon l´importance des personnes auxquelles elle était destinée.

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Rückkehr der Kinder von Gorée: Eine Performance von Jems Robert Koko Bi


Die Kinder von Gorée Gorée ist eine Insel, die im Westen Afrikas, im Senegal, liegt. Für diejenigen, die die Geschichte Schwarz Afrikas kennen, hat die Insel eine historische Dimension, aber für diejenigen, deren Erinnerung verblasst durch die schnelle Bewegung der Zeit, soll ins Gedächtnis zurückgerufen werden, dass die Insel Gorée nicht nur das Paradies ist, in dem sich Farben, Rhythmen und Bewegungen mischen, und wo sich heute Männer, Frauen und Kinder losgelöst und frei fühlend an der Küste die Sonne genießen.
Gorée ist vielmehr die Wiege einer Geschichte, die jene Zeit, Gesamt-Afrika und auch die ganze Menschheit betroffen hat: die Geschichte der Sklaverei. 

Gorée war das Sammellager von Millionen Schwarzen, die auf die andere Seite des Atlantiks deportiert wurden. Heute tendiert die Evolution dazu, diese Unmenschlichkeit vergessen zu lassen, die für Afrika eine unheilbare Wunde bleiben wird. Aber wenn im Laufe der Zeit jeder nach seine Façon versucht, jene tragische Episode zu vergessen, und wenn Afrika selbst gezwungenermaßen Teil hat an diesem Prozess, so trägt heute Gorée noch die Spuren jener Epoche, besonders durch die Gebäude, die damals dazu gedient haben, Afrikas hoffnungsfrohe Kinder verschwinden zu lassen.

Diese Epoche ist vergangen und das soll so sein. Aber ich nehme mir heute vor, an jene zu denken, nicht um diesen Schmerz wiederzubeleben, sondern im Gegenteil, um eine durch die Kunst gegebene neue Situation entstehen zu lassen. Ich bin ein in Afrika geborener und aufgewachsener Künstler. Heute bin ich auf der anderen Seite des Atlantiks, in Europa, um meine Sicht der Kunst zu erweitern und auch, um andere Kulturen kennen zu lernen. Wenn ich auf der Straße oder auf den Bahnhöfen in Deutschland oder irgendwo auf dieser Seite des Atlantiks unterwegs bin, sehe ich so viele schwarze Menschen, so dass ich mich an Gorée erinnere. 

Manchmal will ich Gorée zurufen und sagen, dass ihre Kinder hier und noch da und auch gesund sind. Aber mein Ruf kommt vielleicht nicht an. Deshalb wollte ich gerne dieses Leben symbolisch auf die andere Seite des Atlantiks, nach Gorée zurückschicken. 100 Köpfe aus rohem Holz gehauen, geschwärzt durch Verkohlung der Außenhaut. Sie sind auf der Insel Gorée verteilt und sind da geblieben als symbolische Rückkehr der Kinder von Gorée. Die Performance wurde in drei Momente aufgeteilt und hat ca. 120 Minuten gedauert. Der erste Teil mit Hilfe eines Bootes, eine Entfernung von ca. 150 m von den Ufern der Insel. An Bord befinden sich eine Gemeinschaft von Schwarzafrikanern und Weißen. Die gehauenen Köpfe sind mit an Bord, mit mir in einem Fischernetz. Im zweiten Teil der Aktion werden die Köpfe mit mir ins Wasser entlassen, das Netz wurde aber von der Gemeinschaft gehalten, während das Boot weiter auf Fahrt war. Es fuhr in Richtung "la Maison des Esclaves" auf die "Tür ohne Rückkehr", zu. Kurz bevor das Schiff die Insel erreicht, wurden die Köpfe, schwarze und weiße, mit mir zusammen ans Ufer gezogen und vom Netz befreit. Dort wurden alle Köpfe in einer langen Reihe aufgestellt, sie gingen durch die "Tür ohne Rückkehr", die danach geschlossen wurde. Die Kinder sind zurückgekommen. Im dritten Teil der Performance haben die Bewohner der Insel teilgenommen. Die Köpfe, die symbolisch für die zurückgekehrten Kinder stehen, suchten die Bewohner in ihren Häusern auf, um von Ihnen adoptiert zu werden.

Jems Robert Koko Bi
"Die Rückkehr der Kinder von Gorée", April 2001


"Denk-Mal" - Siegerprojekt im Rahmen der "Neue Wege zur Kunst"- Ausschreibung in Eschweiler

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Denkanstoß

Start in den Tag

Nachdenken

Inspiration

Erinnerung

Innehalten

Leerraum kreativ füllen


Wertvolle Worte, fast Zustände, die uns als Fundament für alle unsere Vorhaben dienen können. Trotzt aller Mühe, die wir uns geben, den Wahrheitsgehalt und tiefen Sinn dieser Worte zu begreifen, damit ihr Effekt und ihre Wirksamkeit uns täglich begleiten, scheitern wir oft, weil wir manchmal überfordert sind und das Denken uns schwerfällt, was menschlich ist.

"Mein Beitrag soll sowohl der Fläche zusätzliches Leben geben als auch den kommenden und gehenden Menschen beim Betrachten dazu bringen, durch die Skulpturengruppe nicht nur etwas Neues zu erleben, sondern auch eine innere Flamme anzufachen.Sie soll dazu anregen, dass man beim Betrachten einer Pose zu denken anfängt und vielleicht kann man sich an Vergessenes oder Übersehenes erinnern.

Es ist für jeden von uns typisch, beim Denken oder Überlegen unbewusst unterschiedliche Haltungen einzunehmen, je nachdem, woran wir gerade denken. So zeigt jedes Teil der Gruppe eine andere Denkhaltung. Deshalb wird derjenige, der sich darauf einlässt, aufgerufen, sich den Skulpturen zu nähern, sie anzufassen, Kontakt aufzunehmen, sich positiv beeinflussen zu lassen und sich, aufgeladen mit positiver und kreativer Energie, wieder seinen alltäglichen Aufgaben zu widmen."

Jems Robert Koko Bi • Florastr. 9 • 45131 Essen • Telefon: 0201 40 85 301 • Mobil: 0160 1494462 • jemskokobi@aol.com